Entwicklung als Passion

200 Seiten, ISBN: 978-3933321497, € 19,90

Was ist das Geheimnis unseres geistig-seelischen Wachstums? Wie lernen wir, und wie können wir unsere innersten Motivationen nutzen, um uns ganzheitlich weiterzuentwickeln, ob nun in der Spiritualität, bei unseren Freizeitbeschäftigungen oder einfach in unserem Alltag? Diesen Fragen geht Tom Amarque in seinem neuen Buch “Entwicklung als Passion” nach. Er legt die psychischen und sozialen Kräfte offen, durch die wir im Alltag nicht nur unsere innere Bestimmung finden und ihr folgen können, sondern durch die wir uns auch effektiv weiterentwickeln und als Menschen wachsen. Amarque zeigt, dass Entwicklung und Begeisterung Hand in Hand gehen.

Darüber hinaus beobachtet Amarque in “Entwicklung als Passion” auch die Funktion der Spiritualität für unsere Zeit und unsere Gesellschaft, und welche Rolle sie dabei spielt, dem Einzelnen zu ermöglichen, seine Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen und die eigene Begeisterung zu stei

Entwicklung als Passion (2011) ist das dritte Buch der Performanz-Reihe und untersucht hier vor allem den Aspekt des Übens. Der Beobachtung und dem Wille der ersten beiden Bücher wird hier die 'Daimonotechnik' zur Seite gestellt.

Sloterdijk ist mit seinem Konzept der 'Anthropotechnik' einen Schritt in eine ähnliche Richtung gegangen. Ja, wir sind 'übende' Lebewesen! Doch worin besteht die formale Mechanik dieses Übens, und wohin genau streben wir eigentlich?

Daimonotechnik besteht hier insofern aus zwei Komponenten: Zum einen zeigt und integriert es jenes tiefe Selbst - jenen von den Griechen besungenen Daimon - der uns mit Talent und Führung, aber auch mit einem ganz bestimmten Willen versorgt. Jener Willen, von dem Schopenhauer sagte: Wir können nicht wollen, was wir wollen. Dieser Daimon, dieser Wille will erfahren und in unser Sein integriert werden.

Die zweite Komponente - das "wie genau?" des Übens - basiert auf ganz spezifischen Gesetzmäßigkeiten der Psyche. (Auch hier kommt meine konstruktivistische Neigung zum Tragen). Je besser diese angewendet werden, umso effektiver das 'Üben' oder die 'Weiterentwicklung' ... sei es nun im einem alltäglichen, psychologischen oder gar spirituellen Kontext.

Der zweite Teil des Buches ist eine soziologische Betrachtung, wie sich in diesem Zusammenhang die Spiritualität und die Psychologie als Schwester-'Disziplinen' mit der Postmoderne entwickelt haben, eigene Subsysteme mit eigenen Regelen ausbildeten und schon immer Grundzüge einer Daimonotechnik mit sich führten.

In diesem Sinne bildet der zweite Teil des Buches einen Versuch, die Spiritualität als ein separates Subsystem der Gesellschaft zu betrachten - also ähnlich wie Religion, Wissenschaft, Pädagogik, Kunst, etc. Im Gegensatz zu Luhmann verwendet ich nicht 666 Seiten, um diesen Entwurf zu machen ... ein grober Fehler meinerseits. In diesem Sinne ist das Buch recht 'komplex', wenn komlex eben heißt, dass der Leser selbst über mögliche Verknäpfungen nachdenken muss.